Samstag, 15. November 2014

On the road to Wellington

Heute gabs viel zu fahren, ca. 400 km. Das ist bei den kurvenreichen Landstraßen ("highways") Neuseelands schon eine zeitraubende Strecke. Es ging quer durch das südliche Binnenland der Insel, meist durch eintöniges grünes Hügelland, in dem es außer Schafherden nichts zu sehen gab. Recht langweilig also. Im Gebirge, das zu überqueren war, wurde es zwar etwas interessanter, zumal in einer malerischen und sich eng windenden "gorge" (Schlucht), aber da schüttete es schon aus Kübeln, außerdem blies ein derart starker Nordwind, dass man das Steuer recht fest halten musste. Der "northerly" scheint hier berüchtigt zu sein, wie dem Wetterbericht zu entnehmen ist. Obwohl er eigentlich aus einer warmen Zone her bläst, ist er um diese Jahreszeit recht kalt. Die Tasmanische See (zwischen NZ und AUS) tut ein Übriges dazu.



Schließlich ging es auf der Staatsstraße 2 an der Küste entlang Richtung Wellington. Mit Busch bewachsene Berge rücken direkt an die Küste heran, eine tolle Brandung toste, es begann richtig malerisch zu werden. Dann tauchte auch schon die Bucht von Wellington auf. Die Hauptstadt Neuseelands liegt an Berghängen und einem großen natürlichen Hafen, bietet ein sehr schönes Panorama. Das Parlament mit dem "beehive" = Bienenkorb ist schon witzig - und im Übrigen sehr britisch. Die Stadt selbst gefällt mir auch sehr gut, alles nah und übersichtlich, ist ja keine Großstadt nach unseren Begriffen. Dafür gelangt man von der City mit den eleganten Geschäften ganz schnell an die eindrucksvoll ausgebaute harbour front mit Promenaden, Galerien, Restaurants aller Art, - das lädt einfach zum Bummeln und Genießen ein. Hab ich auch gemacht.



Wellington ist bunt und lebendig und toll. Allein der eine Nachmittag hier macht Lust auf mehr. Insofern kann Wellington eindeutig auf der positiven Seite punkten. Aber morgen früh geht es auf die Fähre nach Picton, auf die Südinsel. Auto wird am Anleger abgegeben, in Picton gibts ein Neues. Ich schippere also als einfacher Passagier nach drüben über die Cook Strait. Bin sehr gespannt auf die Südinsel, was sie mehr und Neues zu bieten hat.


Und im Webalbum gibt es noch das eine oder andere weitere Foto, also hier entlang zum Webalbum..

Freitag, 14. November 2014

Ein Rift Valley in NZ

Tatsächlich, es gibt das Rift Valley nicht nur in Ostafrika, sondern auch in Neuseeland, hier heißt es nun aber Waimangu - the volcanic valley. Es ist einen Besuch wirklich wert, entschädigt für den Rummel in Rotorua (Disneyland pur) und lässt einen bei einer 2 stündigen Wanderung sehr viel interessante vulkanische Erscheinungen betrachten, riechen, genießen. Zurück geht es dann mit dem Shuttle Bus. Allein diese äußeren Bedingungen (selber länger auf natürlichen Wegen laufen) halten Tourbusse fern. Außerdem liegt die Entstehungsgeschichte dieser Formation nicht lange zurück. Sie geht auf einen Vulkanausbruch 1886 zurück, der für die Umgebung verheerend war, aber bis heute dieses einmalige geothermische Biotop geschaffen hat. Es waren dort nur wenige Menschen unterwegs.




Dann ging es weiter nach Taupo am gleichnamigen See, dort war meine Mittagspause. Die Seepromenade und der Ort haben mir sehr gut gefallen. Dieser See hat auch ein schönes Panorama: schneebedeckte Berge - da lacht das alpine Herz! Von Taupo ging es auf eine 140 km lange Strecke durch Hügelland mit vielem Vieh, aber ohne jede Siedlung, und endlich über die Coast Range hinunter zur Hawkes Bay mit der Doppelstadt Napier und Hastings. Die durchfahrene Landschaft ist erstaunlich eintönig, neben den Weiden riesige Waldplantagen mit hässlichem clear logging. Neuseelands Wirtschaft mit den Schwerpunkten Fleisch, Milch, Wein und Holz ist voll auf Asien ausgerichtet - Frau Merkel erfuhr dies gerade in Auckland aus eigener Anschauung. Dazu kommt der Massentourismus kaum vorstellbaren Ausmaßes für einen solch kleinen Inselstaat. Das hinterlässt tiefgreifende Spuren im Land und gerade auch in der Landschaft. Das "alte" Neuseeland gibt es definitiv nicht mehr. Ob man das neue globalisierte NZ genauso mag, ist dann Ansichtssache.



Noch ein paar Fotos von Napier füge ich an, der schönen Art Deco Stadt, zumal in meinem Hotel, wo alles stilgerecht nach Art Deco eingerichtet ist - sehr nett. Der Wind ist allerdings so heftig und so kalt, dass man es am Meeresstrand kaum aushalten konnte. Nun, den Pazifik werde ich noch einige Mal wiedersehen auf meiner Reise.



Mehr Fotos gibts wie immer in den Webalben, hier die Links auf Waimangu und auf Napier.

Donnerstag, 13. November 2014

Rotorua - blubbernde Dollars

Nach einem sehr schönen bushwalk in Waitomo (siehe das ergänzte Webalbum zu Waitomo, Link im vorigen Beitrag) ging es gen Osten quer durchs Land nach  Rotorua. Rotorua gilt als das vulkanische Highlight, als Maori-Folklorezentrum und darum als touristische Top-Adresse. Genug Gründe, an die Sache vorsichtig ran zu gehen und halt nur eine Nacht dort einzuplanen. Ich sags schon mal vorweg: Ist mehr als genug.

Die Fahrt quer durch die Mitte der Nordinsel brachte denn endlich reichlich Vieh zu Gesicht: Rinder und auch viele Schafe. Sie können sich dort auf den weiten grünen Hügeln austoben - bis zum Schlachthaus. Milchvieh gab es dort kaum. Wurde es bergig, dann beherrschten Kiefern- und Fichtenplantagen mit großflächigem "clear logging" das Bild. Die Staatsstraße 30 firmiert als "timber road". Entsprechend viele LKWs trifft man dort. Schön waren die vielen blühenden Ginster, die leuchtend gelb die Straße säumten.



Rotorua ist eine Touristenstadt am See, zugleich ein lokales Business Zentrum. Wieder trifft man auf eine Unmenge Backpacker - Hostels. Was in den Siebzigern die Hippies waren, scheinen hier heute die Backpacker zu sein. Vor der I-Site, dem typisch NZ - Visitor Center, drängelte sich jedenfalls allerlei junges, vermeintlich junges und jedenfalls buntes Volk, gemischt mit versoffenen Maoris, die vor der Sozialstation um die Ecke herum lungerten. Das erinnert dann doch wieder an die Aborigines in Australien. Einladend fand ich das alles nicht. Die Masse der Tour-Busse voll mit chinesischen Touristen (China-Kenner wissen, was das heißt) taten ein Übriges, schnell Reißaus zu nehmen.



Nach einer Runde am See, ganz hübsch, strebte ich nach Te Puia (ein "Kulturzentrum") und dem Geysir Pohutu (es gibt nur den einen aktiven) samt Fumarolen und blubbernden Schlammseen. Schon um dieses Naturereignis zu besichtigen, muss man eine Menge Geld bezahlen. Gleich nebenan ist das folkloristische ("historic") Maori-Dorf Whakarewarewa mit Darbietungen, kostet natürlich extra. Was es dann an Vulkanismus zu sehen gibt, ist wie stets beeindruckend, aber keineswegs besonders. Wer Island kennt oder den Yellowstone, verpasst hier nichts, von Hawaii ganz zu schweigen. Überhaupt gibt es hier nichts gratis zu sehen, außer dem See, und der ist ohne besondere Reize bzw. Kulisse. Das haben sie scheints in Rotorua auch gemerkt, darum wird an Unmenge an attractions angeboten, die es auch sonst überall gibt: Rafting, Kayak, Flights, Horseriding, Exkursionen zu anderen vulkanischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung (heiße Quellen usw.). Naja, gewiss beeindruckend, aber keineswegs einmalig oder sonst wie heraus ragend. Ehrlich gesagt, Rotorua muss man nicht gesehen haben.

Die Maori-Darbietungen habe ich mir geschenkt. Ich weiß, dass das alles sehr gut gemacht sein wird, aber eben kaum etwas mit der Kultur der Maoris zu tun hat. Es ist touristisch vermarktete Folklore, wie die Programme es darstellen. Muss ich nicht haben, ebenso wenig wie die Folklore der Aboriginies am Ayers Rock. (Die habe ich gesehen, und das hat mir ein für allemal gereicht.)



So, wenn ihr mich fragt, was ich sonst noch gut fand in Rotorua, dann muss ich das jetzt nicht mehr beantworten. Ich habs mir abends lieber im Motel nett gemacht: Heute habe ich eine Unterkunft mit Whirlpool im Bad ("SPA"), den habe ich vorhin genossen. Überhaupt bin ich heute mal häuslich, habe mir im Liquor Shop eine Auswahl Weine gekauft, NZ und Australia, dazu beim Türken (!) Kebab, alles im shopping center am Stadtrand. Da ich in meinem Zimmer eine kleine Paintry habe, bin ich bestens versorgt. Und so süppel ich ein Weinchen, sortiere Bilder, schreibe Emails, dann diesen Beitrag im Blog - und falle müde und befriedigt ins Bett. Man muss sich NZ bisweilen einfach schön machen ;-)


Mehr Bilder von heute gibts wie immer im Google Webalbum,

Mittwoch, 12. November 2014

Glowworms, glowworms

Gestern war es auf der Fahrt hierher zum ersten Mal ein richtig neuseeländischer Regentag mit Sturm aus Westen und vielen heftigen Schauern. Die Inseln sind nicht ohne Grund so schön grün. Kalt wurde es auch, nur 11°, heute morgen an den Waitomo Caves gar nur 7°. Die Cabin der Waitomo Caves Guest Lodge ist nur begrenzt beheizbar...
Dennoch ist die Unterkunft toll und ländlich angepasst, darum in jedem Falle empfehlenswert, allein schon wegen der guten Tipps für Unternehmungen. Colin hats drauf.



Seinem Vorschlag folgend habe ich nicht die "touristische" Höhlentour gemacht, sondern eine dreistündige Exkursion vor allem in die Glowworm Höhlen, kleine Gruppe von 12 Personen. Ich konnte mir wenig drunter vorstellen, aber es ist sehr beeindruckend. Die glowworms sind ca. 3 cm lang und dünn, aber gut an der Höhlendecke sichtbar; an einem Körperende leuchten sie wie eine blaue Diode. Das ist ihr Trick, Fliegen und andere Insekten anzulocken, die an langen Fäden, die die glowworms spinnen (hängen überall ca. 10 cm von der Decke wie Spinnenfäden) kleben bleiben und dann von den Würmern eingewickelt und zu sich hoch gezogen werden. Das konnte man gut beobachten. Überhaupt war die Tour eine Tour der Langsamkeit. Langsam ging man durch die 2 Höhlen, um dann in der zweiten in ein Schlauchboot zu steigen und sich durch einen unterirdischen Höhlentunnel treiben zu lassen. Über einem ein Sternenhimmel voller Glühpunkte. Im Boot sollten wir unsere Helmlichter aus machen, und als sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hatte, schienen die glow worms immer stärker zu leuchten, man konnte immer besser sehen! Einige Male glitten wir still den Tunnel entlang, es war eine faszinierende Erfahrung. Selbst zum Höhlenausgang sind wir nachher in fast völliger Finsternis schön Hand auf der Schulter des Vordermannes gegangen. Keiner sprach ein Wort. Erst am Ausgang der Höhle im super grellen Licht des Tages (es tat im ersten Moment fast weh) löste sich die Konzentration - eine wirklich einmalige Erfahrung. So etwas habe ich noch nie erlebt, es war toll.



In den Höhlen war auch der Regen ohne Bedeutung. Abends gab es dann noch ein gutes Dinner im Huhu - Cafe gegenüber der Lodge. Dort bat mich ein US-Ehepaar an seinen Tisch (es war sonst alles besetzt), mit dem ich in der Höhle war. Wir haben uns dann lange und sehr angeregt über unsere Reiseerfahrungen unterhalten. Das war also gestern ein echtes Highlight.

Die Glowworms ließen sich natürlich ohne größeren fotografischen Aufwand nicht aufnehmen. Ich habe nur ein paar sonstige Höhlenbilder gemacht und ins Netz gestellt. Die spiegeln aber die Erfahrung mit den glowworms in keiner Weise wider. Man muss es erleben!



Ein paar mehr Fotos gibts im Webalbum.

Dienstag, 11. November 2014

Bay of Islands

Traumhaftes Wetter war heute, richtig sommerlich. Und für die einen ist die Bay of Islands sowieso das Traumparadies schlechthin, für die anderen ein einziger Freizeitpark mit vielen "Attraktionen". Abgesehen vom Natur-Angucken und Baden muss man alles sehr teuer bezahlen (boat cruise, kayak, diving, flight, helicopter usw.). Ich habe mich fürs beschauliche Anschauen und Genießen entschieden. Noch ist es hier richtig schön ruhig. Mit dem Fährboot ging es hinüber nach Russel, das sehr viel mehr verspricht als es dann halten kann: ein nettes Örtchen mit aufgeplusterter Historie. Man hat ja in NZ nicht viel davon. Schön ist der Weg hinauf zum Flagstaff wegen der Aussicht. Die Pompallier Mission hat einen schönen Garten, für den man 10 NZD Eintritt bezahlen muss; so groß ist der aber nicht.



Interessanteres versprach der Besuch in den Waitangi Treaty Grounds. Immerhin ist der Vertrag von Waitangi zwischen den bei Russel besiegten Maori-Stämmen und den Briten von 1840 gewissermaßen die Gründungsurkunde des Staates Neuseeland. Jedenfalls wird er so bezeichnet. Von diesem Vertrag gibt es dummerweise zwei Fassungen, die eine in Englisch, die andere in Maori, und die sind keineswegs gleich. Das ist den Maori später auch aufgefallen, und weil sie derart über den Tisch gezogen wurden, gibt sich neuseeländische Staat heute viel Mühe, das damalige koloniale Unrecht durch Anerkennung der kulturellen Eigenständigkeit der Maori einigermaßen wieder gut zu machen. Ihr Land haben sie dennoch nicht wieder bekommen. Sie sind heute eine Minderheit von 10% der Bevölkerung. Ach ja, das war schon ein Segen: "Rule Britannia!"



Lassen wir den Zynismus. Fakt ist, dass selbst die Historical Site of Waitangi kein offizielles Terrain der Regierung ist, sondern privat betrieben wird und entsprechend bezahlt werden muss: 35 NZD inkl. Führung. So viel Kiwi-Patriotismus hatte ich nicht. Statt dessen boten die nahe gelegenen Haruru Falls (einige Meter Wasserfall) eine nette Abwechslung. Zum Abschluss stand eine Bergbesteigung auf dem Programm: Zum Lookout oberhalb der School Road von Paihia. Das ist ein wirklich schöner und gepflegter Wanderweg durch den typischen Wald dieser subtropischen Gegend zu einem tollen Ausblick über die vielen Inseln, Halbinseln und das dazwischen immer wieder blau schimmernde Wasser der weiten Bucht. Schon Captain Cook ist hier gelandet. Der wusste schon, wo es gut war. Und ich - habe mich heute endlich mal wieder richtig bewegt.

Und hier geht es zum Webalbum.

Montag, 10. November 2014

Kauris und meer

Kauris kann man nicht essen, und im Gegensatz zu den seltenen Laufvögeln hier, den Kiwis (sie geben den Neuseeländern ihren Spitznamen) sind Kauris sehr gut sichtbar. Es sind riesige Bäume aus der Familie der Araukarien, auch Neuseeland-Kiefer genannt. Wegen ihres festen Holzes sind sie fast gänzlich abgeholzt. Nur im Norden finden sich noch Kauri-Wälder, die unter Schutz stehen. Der größte und bekannteste ist der Waipoua Kauri Forest. Dort kann man viele dieser Baumriesen, vor allem den mächtigen Tane bestaunen. Durch den Kauri Wald führt ca. 18 km lang die Küstenstraße 12 im Westen des Nordzipfels der Nordinsel Neuseelands, entlang der Kauri Coast. Genug der Belehrung, das kann man ja alles nachlesen. Es war sehr schön und sehenswert, siehe die Fotos. Dann bin ich nach Osten abgebogen in Richtung Bay of Islands, wo gleich neue Naturwunder auf einen warten.



Nördlich von Auckland wird es bald sehr ländlich und immer weniger besiedelt. Auckland ist definitiv nicht Neuseeland, denn es ist die dichtest besiedelte Region in ganz NZ. Ein Viertel alles Kiwis wohnen in Auckland und nahem Umland. Danach kommt nur viel, viel Landschaft. Sie ist hier im Norden durchweg vulkanisch geprägt. Die Bergformen zeigen schroffe Lavaspitzen. Wo Gestein zutage tritt, ist es entweder Lavastein oder verfestigte Asche. Das alles ist aber gänzlich grün überzogen und "weich" gemacht. Die Landschaft wirkt darum eher lieblich mit sattem Grün und derzeit im Frühsommer mit viel blühenden Bäumen. Es sind fast alles immergrüne Gewächse, Nadelhölzer, Araukarien aller Art, klassische Kiefern und natürlich die unverwüstlichen Fichten, letztere, wie überall auf der Welt, in großflächigen Plantagen. An vielen Bergen praktiziert man auch hier das mir aus Kanada bekannte "clear logging": Ein ganzer Berg oder Berghang wird komplett abgeholzt und wieder neu aufgeforstet (in Kanada in weit größerem Maßstab und ohne Aufforstung, es wächst schon wieder von alleine). Sieht nicht schön aus, gibts aber eben auch hier. Weit mehr ist die Landschaft aber vom Grün der Wiesen und Weiden geprägt. Oft sieht man Milchkühe und Rinder, aber keineswegs überall und in Mengen. In den Ebenen wird auf großen Flächen Heu geerntet, ohne dass weit und breit Vieh zu sehen ist. Auch die neuseeländischen Schafe sind zumindest hier kaum mehr zu sehen. Schafzucht lohnt sich wohl nicht mehr. Umso mehr dürfen die Wiesen blühen!


Was es nicht gibt: Felder mit Korn oder Mais. Trotz des ständigen Windes gibt es auch keine Windkraftanlagen. Ich habe hier noch keine einzige gesehen. Es gibt auch nur sehr wenige Stallanlagen, jedenfalls habe ich in all der rein ländlich geprägten Gegend nur ein oder zwei gesehen. Da frage ich mich, was die Landwirtschaft hier im Norden eigentlich produziert. Vielleicht haben die Neuseeländer das aber auch nicht nötig: Es leben ja nicht so viele Menschen hier. Das merkt man auch an den langen Straßenabschnitten zwischen den Siedlungen. 30 km liegen die Orte durchaus öfter auseinander. Dazwischen allenfalls einsame Höfe. Die Straßen sind gut ausgebaut, wahrscheinlich wegen der Touristen - für wen sonst? Noch ist Vorsaison, manche Rasthäuser und Kaffeebars haben geschlossen. Sogar das Visitor Center im Waipoua Forest war noch geschlossen und wurde gerade renoviert. Da war ich doch verblüfft. Denn immerhin, die wenigen Autos, die mir begegnet sind, waren meist Touristen (Mietwagen, Camper). Da war auf Coromandel entschieden mehr los. Hier an der Bay of Islands herrscht auch noch herrliche Ruhe. Zum Glück scheint alles geöffnet zu sein, aber heute, am Montag, ist hier praktisch nichts los. Wären hier nicht die vielen jungen Leute, bei denen die Bays of Islands besonders beliebt ist (auf jedes Hotel oder Motel kommt mindesten ein backpacker hostel...), wäre hier noch völlig tote Hose. Allerdings lässt die Infrastruktur von Restaurants und Sportangeboten, Exkursionen und Ozean-Aktivitäten auf jede Menge Tourismus schließen, der wohl um Weihnachten herum erst so richtig beginnen wird.



Umso mehr kann ich jetzt die wirklich eindrucksvolle Landschaft (wörtlich) in Ruhe genießen. Und das tue ich! Es blüht hier in den Gärten so vieles, sogar gibt es hier und da einen importierten Laubbaum, der in Blüte steht, wie z.B. die eine rote Kastanie, die ich heute gesehen habe. Absolut selten. Die Flora ist schon sehr verschieden von dem, was uns in Europa vertraut ist, auch von dem, was ich aus Australien kenne. Denn auch Eukalyptus fehlt, und ebenso die vielen Arten von Akazien, die es in Australien gibt. Insofern fällt schon auf, dass Neuseeland "anders" ist: Dicht bei Australien, und doch grundverschieden, auch von der indigenen Bevölkerung her gesehen. Die Maoris sind Polynesier wie die Hawaianer und haben mit den Aborigines nichts zu tun. Auf den ersten Blick wirkt die Landschaft sehr europäisch, aber auf den zweiten Blick sieht man, dass das überhaupt nicht stimmt. Denn eine Besonderheit gibt es hier im Norden, die wirklich einzigartig ist: Immer wenn die Straße oben auf einem Bergrücken verläuft, sieht man zumindest auf einer Seite den Ozean. So ist NZ wirkliche eine faszinierende Inselwelt - und ich stehe erst am Anfang mit mit meinen Entdeckungen!

Die Globalisierung allerdings lässt auch in Neuseeland die hippen Strandorte so aussehen, wie sie überall aussehen, und die Boutiquen sind auch überall die gleichen. Naja, das gilt ja auch für die westlich geprägten Großstädte in aller Welt. Zum Glück gibt es da die historischen Bauten, die vielen Städten in Europa ihr unverwechselbares Gesicht geben. Das gibt es ja so auch in Amerika nicht, und erst recht nicht im jungen Neuseeland. So scheint vieles gleich, und ist es dann doch nicht. Das erst macht den Reiz aus!

Allgemeine Betrachtungen aus. Bilder an - Hier gehts zum Webalbum.

Sonntag, 9. November 2014

Zerklüftete Vulkanberge

Die Coromandel Peninsula liegt ca. 100 km südöstlich von Auckland entfernt. Bin gestern hin gefahren, ist eines der berühmtesten Natur-Highlights der Nordinsel. Und es stimmt. Wild zerklüftete Berge bis hinunter zum Wasser, Wälder, Schluchten - und die wahnsinns-blaue See, der Pazifische Ozean. Die Bewaldung ist eher tropisch, also immergrüne Bäume und Palmen. Die gut 200 km lange Küstenstraße Nr. 25 führt einmal ganz um die Halbinsel herum. Sie schlängelt sich an der Westseite dicht an der Bucht des Ozeans, fast am Wasserspiegel, entlang. Aber wie gewunden und schmal! Man ist eifrig am Kurbeln. Das bleibt auch so, wenn es hinüber geht auf die andere Seite. Wenn man von Coromandel Town über die Berge nach Whitianga fährt, ergeben sich auf der gewundenen und steilen Straße immer wieder fantastische Ausblicke, wie im Märchen. Vieles erinnerte mich an Hawaii, besonders an die "road to Hana". Dem entspricht hier Tairua, aber das ist ein recht angesagter Strandort mit vielen Villen. - Man hat an der Straße oft Ausweichstellen und Gelegenheiten zum Anhalten, zum Fotostop. Lange Fahrt, aber lohnenswert! Schließlich gibt es noch zur Zeit der Ebbe die Bay of Hot Beach, wo man sich selber Pools von warmem (vulkanischem) Wasser buddeln kann.

Die Coromandel Peninsula wäre auf jeden Fall einen längeren Aufenthalt wert, sagen wir mindestens 2 Nächte = einen vollen Tag. Und was soll ich sagen: HEUTE GIBT ES FOTOS! Seht selbst. Unter den beiden eingebundenen Bildern findet ihr einen Link zum Webalbum. - Bei mir geht es gleich weiter in den warmen Norden zur Bay of Islands.



Alle Fotos von Coromandel hier im Google Webalbum.

Samstag, 8. November 2014

Auckland. New Zealand.

Angekommen. Auckland. Neuseeland. Atemlos...

... nicht durch die Nacht, sondern durch diese wunderschöne Stadt. Ich könnte jetzt schon so viel erzählen! Auch noch von Hongkong - alles in meinem Kopf, aber so schnell und leicht kommts's halt nicht geschrieben.

Einige Vorbemerkungen. Ich weiß nicht, ob das hier mit dem Live-Blog so klappt wie gedacht. Nicht wegen der Entfernung oder wegen des Internets oder wegen mangelnder Technik. Hab alles dabei, funktioniert alles bestens. Sogar das mobile Internet per Smartphone mit einer speziellen Touristen - SIM Card von Vodafone NZ. Nein, es wird nicht so klappen, wie gedacht, weil ich zu wenig Zeit dafür finde. Jedenfalls bis jetzt. Und ich vermute, es wird kaum anders werden, eher "schlimmer". Es gibt einfach zu viel zu sehen und zu erleben.

Fotos habe ich natürlich viele geschossen. Aber auch da gilt: Sie sind gerade mal "roh" auf der Festplatte gelandet. Bearbeiten, sichten, auswählen dauert zu lange. Vielleicht klappt es ja, das eine oder andere Foto hier doch einzubinden. Aber es wird wohl mehr beim Text bleiben. Bilder werden nachgereicht. Sorry for that. UPDATE: Es gibt jetzt Fotos!! Link zum Webalbum unten.



Ich habe gerade einen großen Pott voller riesiger Muscheln gegessen (1 KG roh) und dazu leckeres Bier und zum Verdauen einen guten Gin getrunken (Hendricks, superb). Meer und Wasser sind hier in Auckland nie weit. Man weiß kaum, wo es nach innen und wo es nach draußen zum Pazifik geht. Denn "innen" ist eigentlich gleich schon die Tasman Sea. Wasser, Boote, Segler, Marinas überall. Sie Stadt lebt halb im Wasser.

Auckland ist langweilig, habe ich gelesen. Selbst der neueste Reiseführer von Lonely Planet (engl. Sept. 2014) ist nicht auf dem Laufenden. Die Stadt boomt und erfindet sich gerade neu. Das "langweilige" Downtown ist total hip, die 'angesagten' Viertel mehr außen (Ponsonby) wirken dagegen abgestanden. Mission Bay ist in. Hier tickt die Zeit in Monaten und wenigen Jahren. Und alles verändert sich. Vibrant City, besonders am Wochenende zum Anfang des Sommers. Die in Auckland mögen den Sommer, habe ich gelernt. Sie gehen mit T-Shirt und Shorts, auch wenn es draußen 14° sind (morgens). In der südlichen Sonne wird es dann rasch warm. Kiwis sind hart im Nehmen.

Eine junge Stadt, und eine Stadt voller Jugend. Von wegen "demografisches Problem", das haben nur wir in Europa (und Japan und China...).  Hier in Auckland, Neuseeland, jedenfalls beherrscht die Jugend unter 30 das Stadtbild. Erfrischend. Viele Studenten, klar, die Uni Auckland hat allein 40.000 davon. 20 % aus dem Ausland, vor allem aus China. Allerdings ist Auckland nicht = Neuseeland, habe ich heute gehört. Michael erzählte, dass viele Neuseeländer der Südinsel (z.B. aus Christchurch) nach Auckland ziehen. Das Klima ist einfach so angenehm und verlockend, die Landschaft toll, die Möglichkeiten für Jobs und Freizeit hervorragend. Es stimmt mit meinem Eindruck überein: Auckland ist anders als gedacht. Viele Reiseführer müssen neu geschrieben werden.



Was ich heute gemacht habe? City-Walk, Sky -Tower, große Rundfahrt mit 6 Personen und dem Driver / Guide Michael. Wunderbares Erzähltalent, 62 Jahre alt, viel herum gekommen, USA, Europa. Er hat uns so viel gezeigt, davon müsste ich jetzt erzählen und die Fotos davon zeigen. Abends das Lokal rammelvoll. Aber ich habe jetzt genug. Morgen gehts zur Coromandel Peninsula. Ach ja: Neues steht auf dem Programm.

Die Muscheln und die Kneipe waren erstklassig. Der Anfang in Neuseeland ist es auch. Atemlos - ins Bett.


UPDATE. Hier gibt es den Link zum Google Webalbum

Donnerstag, 6. November 2014

Hongkong

Ich bin nun in Hongkong eingetroffen, alles pünktlich und bestens. Allerdings habe ich jetzt schon den größten Teil meines Aufenthaltes hinter mir und habe viel Neues gesehen. Hongkong boomt! Irre, eine einzige Baustelle ist die Stadt. Unglaublich viel wird neu gebaut: Wohntürme, Bürohochhäuser, Malls, Hotels, Tunnel, Bahnen, Straßen, alles neu mitten in der City, also in Kowloon und auf Hongkong Island. Atemberaubend und beeindruckend. 

Es ist heute sehr heiß hier, 30° und sehr feucht, ich bin geschafft. Noch einen Kaffee, und dann geht es zum Flughafen zurück. Heute Nacht werde ich gut schlafen :-) Diese Nacht bin ich nochmal im Flugzeug, und dann winkt in Auckland wieder ein richtiges Bett.

Danach geht es etwas geruhsamer zu, denn Hongkong ist eine riesige Stadt, fast 8 Millionen Einwohner, und total quirlig und hektisch. Mal zu erleben ist das hoch interessant, aber auf die Dauer schwer zum Aushalten. Aber es gibt auch auf der Insel sehr schöne Ecken, habe heute eine solche besucht (Stanley).  

Beim Flug von Frankfurt hatte ich nette Sitznachbarn: ein Finne, der ebenfalls allein eine größere Neuseeland - Reise mit Camper macht, und eine jüngere Deutsche, die seit 7 Jahren in Brisbane, Australien, lebt und nach dem Besuch ihrer Eltern wieder nach Hause flog. Man trifft unterwegs öfter interessante Menschen. Mehr dann bald aus Auckland. 

Hier gibt es den Link zum Google Webalbum